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Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Kolleginnen und Kollegen,

Partizipation ist eine wesentliche Voraussetzung für wirksame Unterstützung, erfolgreiche Prävention und bedarfsgerechte Angebote. Menschen, die von Suchterkrankungen oder psychischen Belastungen betroffen sind, verfügen über wertvolle Erfahrungen und Perspektiven, die in die Entwicklung von Angeboten einfließen müssen. In der BLS haben wir dieses Prinzip bereits mit Werkstattgesprächen im Bereich der Sucht-Selbsthilfe und zuletzt im Projekt selbstbestimmt mit einem ersten Partizipationsworkshop im Themenfeld „Prävention für Kinder aus sucht- und psychisch belasteten Familien“ aufgegriffen. Über diese und weitere Aktivitäten der BLS, Veranstaltungen und aktuelle Entwicklungen in den Themenfeldern Suchtprävention, Suchthilfe und Sucht-Selbsthilfe berichten wir in diesem Newsletter.

Viel Freude beim Lesen und herzliche Grüße 

Andrea Hardeling
Geschäftsführerin


Inhaltsverzeichnis


Die BLS sucht Verstärkung

Die BLS sucht ab sofort in ihrer Geschäftsstelle in Potsdam ein*n Referent*in für die Landeskoordinierung Suchtprävention mit 35 bis 40 Wochenarbeitsstunden. Zu den Aufgaben zählen unter anderem die Koordination landesweiter Projekte, die Planung und Durchführung von Fachveranstaltungen und die Vorbereitung fachlicher Stellungnahmen zu suchtspezifischen und gesundheitspolitischen Themen. Zur vollständigen Stellenbeschreibung geht es hier.


BLS-Jahresbericht 2025

2025 legte die BLS mit dem Start der zweiten Laufzeit des Projekts selbstbestimmt den Grundstein, um die Versorgungssituation von Kindern aus sucht- und psychisch belasteten Familien im Land Brandenburg durch die Sensibilisierung und Qualifizierung von Fachkräften, Öffentlichkeitsarbeit und die Förderung kommunaler Gesamtkonzepte weiter zu verbessern. Zudem beschäftigten die Landesstelle Zukunftsthemen wie der Einsatz künstlicher Intelligenz in der Suchthilfe sowie die Modernisierung der Sucht-Selbsthilfe. Über diese und weitere Aktivitäten sowie die zahlreichen Veranstaltungen der BLS gibt der Jahresbericht 2025 einen Überblick. Der Bericht steht ab sofort für Interessierte auf der BLS-Website zum Download zur Verfügung.


Partizipationsworkshop für Kinder aus sucht- und psychisch belasteten Familien

Die BLS möchte Präventionsmaßnahmen im Projekt selbstbestimmt künftig noch besser auf die Bedürfnisse Betroffener abstimmen. Dafür führte das Team am 22. Juni 2026 einen ersten Partizipationsworkshop mit (erwachsenen) Kindern aus sucht- und psychisch belasteten Familien durch. Ebenfalls mit dabei: Kinder- und Jugendbeauftragte des Landes Brandenburg Katrin Krumrey. Gemeinsam erarbeitete die Gruppe anhand ihrer eigenen Erfahrungen Ideen für mögliche Unterstützungsangebote und -strukturen. Zu den Hauptanliegen der Teilnehmenden zählten Entstigmatisierung, die Aufklärung über Sucht- und psychische Erkrankungen sowie Anlaufstellen für Ratsuchende. Die Ergebnisse fließen in die Planung künftiger Aktivitäten des Projekts selbstbestimmt ein. Weitere Informationen zum Projekt gibt es unter selbstbestimmt-brandenburg.de.


Brücken bauen: Neue Fortbildungsreihe für die Kita

Kinder aus sucht- und psychisch belasteten Familien werden im pädagogischen Alltag häufig übersehen. Viele Fachkräfte sind unsicher, wie sie betroffene Eltern erkennen und möglicherweise schwierige Gespräche führen können. Die neue praxisorientierte Fortbildungsreihe "Brücken bauen" des Projekts selbstbestimmt setzt hier an und verbindet Fachwissen mit konkreten Handlungsstrategien für den pädagogischen Alltag. In drei Online-Modulen und einem Präsenzmodul vermittelt sie pädagogischen Fachkräften aus Kindertageseinrichtungen und Kindertagespflege unter anderem, was Risiko- und Schutzfaktoren sind, wie sie Gespräche mit Eltern sicherer führen und die Kinder ressourcenorientiert begleiten können. Der erste Durchgang startet am 27.08.2026. Interessierte können sich ab sofort auf der BLS-Website anmelden.


Neue Weitersagen-Steckbriefe

Seit 2025 stellt das Projekt selbstbestimmt im Rahmen des Austauschformats „Weitersagen! – Starke Projekte für starke Kinder“ Angebote, Initiativen und Strukturen für Kinder aus sucht- und psychisch belasteten Familien vor. Die wichtigsten Informationen zu den Weitersagen-Projekten stellt das Team im Nachgang in kurzen Steckbriefen zusammen. Interessierte finden die ersten Steckbriefe, u. a. zu Programmen wie „1000 Schätze“ oder „Eigenständig werden“, ab sofort zum Download auf der Projekt-Website. Die Sammlung wird stetig erweitert.


Unterstützung für die Elternarbeit

Gespräche mit Eltern sind nicht immer einfach, gerade, wenn es um persönliche Themen wie Erziehung und Gesundheit geht. Die dreitägige Fortbildung „MOVE Eltern“ vermittelt pädagogischen Fachkräften, wie sie vermeintlich schwierige Themen positiv ansprechen und Impulse für Veränderungen geben können. Sie bietet Instrumente, die auf den Prinzipien der Motivierenden Gesprächsführung beruhen und Sensibilisierungs- und Selbstmotivierungsprozesse bei Eltern ermöglichen. Das Projekt selbstbestimmt führt MOVE vom 25.11. bis 27.11.2026 erstmals in Brandenburg durch. Interessierte pädagogische Fachkräfte aus Kindertagesstätten, Familienzentren, den Frühen Hilfen oder aus Grund- und Vorschulen sowie Horteinrichtungen können sich bis zum 04.11.2026 unter diesem Link für die Teilnahme anmelden.


Aktuelles aus den Pilotkommunen für Kommunale Gesamtkonzepte

Am 23. Juni 2026 fand das erste Werkstattgespräch zur Entwicklung eines kommunalen Gesamtkonzepts in der Pilotkommune Oder-Spree statt. 25 Vertreter*innen verschiedener Fachdisziplinen erarbeiteten gemeinsam erste Grundlagen für eine stärkere Vernetzung und Weiterentwicklung der Unterstützungsstrukturen für Kinder aus sucht- und psychisch belasteten Familien. Gemeinsam nahmen sie einen Blick auf bestehende Angebote und identifizierten Versorgungslücken, die noch zu schließen sind. Die gewonnenen Erkenntnisse bilden eine wertvolle Grundlage für die Zusammenarbeit aller Beteiligten. Der Landkreis Oder-Spree ist, neben den Landkreisen Havelland und Dahme-Spreewald, eine von drei Pilotkommunen, die das Projekt selbstbestimmt bei der Entwicklung kommunaler Gesamtkonzepte begleitet. Der Lankreis Havelland sucht aktuell noch eine*n Koordinator*in für die Umsetzung. Die Stellenausschreibung wird in den kommenden Tagen unter diesem Link veröffentlicht. Weitere Informationen zu den Pilotkommunen finden Sie unter selbstbestimmt-brandenburg.de/kommunale gesamtkonzepte.


Obstsalat in der Lunge: Neues Programm zur Prävention des Vape- und E-Zigarettenkonsums

Sie sind bunt, süß und überall präsent: Vapes liegen bei jungen Menschen im Trend. Aktuelle Studien bestätigen, dass in dieser Altersgruppe insbesondere der Konsum von Mehrweg-E-Zigaretten in den letzten Jahren gestiegen ist (BIÖG, 2026). Aufgrund der zunehmenden Relevanz des Themas, hat die BLS gemeinsam mit den überregionalen Suchtpräventionsfachstellen (ÜSPF) in Brandenburg das Vape- und E-Zigarettensuchtpräventionsprogramm „Obstsalat in der Lunge“ entwickelt. Das niedrigschwellige, interaktive und flexibel gestaltbare Programm richtet sich an Schüler*innen ab der 5. Klasse. Ziel ist es, eine kritische Auseinandersetzung zu fördern und die Risikokompetenz von Kindern und Jugendlichen zu stärken, um den Einstieg in den Konsum von E-Zigaretten zu verhindern, hinauszuzögern oder zu reduzieren. Ab Juli 2026 schult die BLS die ersten Fachkräfte im Land Brandenburg für die Umsetzung des Programms an Schulen und in anderen Lebenswelten. Interessierte, die das Programm in ihrer Einrichtung umsetzen wollen, wenden sich bitte per E-Mail an die BLS oder an die für Ihren Landkreis zuständige überregionale Suchtpräventionsfachkraft.


Aktionswoche Alkohol: Neues Faktenblatt Alkohol

Alkohol gilt als Mitverursacher von mehr als 200 Erkrankungen und Verletzungen. Schon geringe Mengen sind riskant. Um zu zeigen, wie fest Alkoholkonsum trotzdem in unserer Gesellschaft verwurzelt und wie dringend ein Wandel nötig ist, veröffentlichte die BLS zur Aktionswoche das Faktenblatt Alkohol mit spannenden Daten und Hintergrundinformationen zum Thema.Das Faktenblatt steht auf der BLS-Website zum kostenlosen Download zur Verfügung. Die bundesweite Aktionswoche Alkohol fand vom 13.06. bis 21.06.2026 statt. Die BLS beteiligte sich mit Fortbildungen zu Alkohol und Depressionen sowie der Begleitung alkoholbelasteter Familien, und nahm mit dem Lotsennetzwerk Brandenburg am alkoholfreien Event Trocken Rocken goes funky in Potsdam teil.


Fortbildung zu Gewaltschutzkonzepten in der Suchthilfe

Mitarbeitende der Suchthilfe und angrenzender Arbeitsfelder erleben immer wieder herausfordernde Situationen. Gewaltschutzkonzepte gewinnen daher zunehmend an Bedeutung. Träger, die Leistungen der Eingliederungshilfe erbringen oder Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe betreiben, sind gesetzlich verpflichtet, geeignete Maßnahmen zum Schutz vor Gewalt zu entwickeln und umzusetzen. Eine neue Fortbildung der BLS vermittelt, wie Gewaltschutzkonzepte strukturiert sind, welche zentralen Bestandteile sie umfassen und wie sie nachhaltig in die Praxis der Suchthilfe integriert werden können. Die Fortbildung "Gewaltschutzkonzepte in der Suchthilfe und angrenzenden Arbeitsfeldern" findet am 18.09.2026 in der BLS in Potsdam statt. Anmeldungen sind bis zum 04.09.2026 unter diesem Link möglich.


DigiSucht: Zahl der Registrierungen innerhalb eines Jahres verdoppelt

Immer mehr Menschen nutzen digitale Wege, um Unterstützung bei Suchtfragen zu erhalten. Das zeigt ein Blick auf die aktuellen Nutzungszahlen der bundesweiten Beratungsplattform DigiSucht. Nach Angaben der Bundeskoordinierungsstelle hat sich die Gesamtzahl der bundesweiten Registrierungen innerhalb eines Jahres verdoppelt: Waren im März 2025 bundesweit noch 14.617 Nutzer*innen registriert, lag die Zahl im März 2026 bereits bei 29.098. Im Land Brandenburg stiegen die Registrierungszahlen im gleichen Zeitraum von 523 auf 950. DigiSucht ermöglicht eine anonyme und kostenfreie Beratung per Chat und Video durch qualifizierte Suchtberatungsstellen vor Ort. Das Angebot richtet sich an Menschen mit Fragen zum eigenen Konsum, an Angehörige sowie an weitere Bezugspersonen. Weiterführende Informationen zum Angebot finden Sie unter www.suchtberatung.digital.


Selbsthilfegruppen: Aufruf zur Datenaktualisierung

Das Online-Verzeichnis der Sucht-Selbsthilfegruppen der BLS wurde in diesem Jahr bereits rund 1.000-mal genutzt, um eine passende Selbsthilfegruppe zu finden. Damit Hilfesuchende weiterhin zuverlässige Informationen erhalten, werden die eingetragenen Gruppen gebeten, ihre Angaben zu überprüfen und bei Bedarf zu aktualisieren. Über ihr Nutzerkonto können Gruppenleitungen und Ansprechpersonen Informationen wie Kontaktmöglichkeit, Treffpunkt, Termin oder Gruppenbeschreibung selbstständig anpassen. Bei Fragen zur Pflege der Gruppendaten unterstützt die Landeskoordinierungsstelle DigiSelbsthilfe unter digitalisierung(ät)blsev.de.


Lotsennetzwerk zeigt Präsenz

Im September ist das Lotsennetzwerk Brandenburg gleich auf zwei Veranstaltungen vertreten und macht Unterstützungsmöglichkeiten für den Weg aus der Sucht öffentlich sichtbar. Am 12. September 2026 stellen Akteurinnen und Akteure landesweit ihre Arbeit und die Vielfalt der Selbsthilfe beim Brandenburgischen Selbsthilfetag vor. Am 16. September 2026 lädt die Potsdamer Ehrenamtsbörse dazu ein, Initiativen und Möglichkeiten ehrenamtlichen Engagements vor Ort kennenzulernen. An beiden Tagen informiert das Lotsennetzwerk über ehrenamtliche Begleitung von betroffenen Menschen und ihren Angehörigen – mit einer klaren Botschaft: Es gibt uns. Die Veranstaltungen bieten Raum für Austausch, Einblicke und Sichtbarkeit eines Angebots, das stärkt, verbindet und Wege aus der Sucht begleitet. Informationen zum Lotsennetzwerk sind unter diesem Link zu finden.


Lotsennetzwerk Brandenburg – Basisqualifizierung im Herbst

Wie Menschen mit eigenen Erfahrungen andere auf dem Weg aus der Sucht stärken, zeigt die Basisqualifizierung im Lotsennetzwerk Brandenburg – praxisnah, persönlich und mit Raum für Austausch. Der nächste Termin findet am 10. Oktober 2026 in Potsdam statt. Alle wichtigen Informationen finden sich im Veranstaltungsflyer. Eine Weitergabe der Information im eigenen Netzwerk ist ausdrücklich willkommen. Für Rückfragen und zur Anmeldung steht die Koordinierungsstelle der BLS unter 0331-581 380 26 oder per E-Mail zur Verfügung.


Aktionstag Glücksspielsucht im September

Am 30.09.2026 findet der diesjährige Aktionstag gegen Glücksspielsucht statt. Unter dem Motto „Suchtmittel Glücksspiel – Massive Werbung, wenig Schutz!“ werden Akteur*inne der Suchthilfe mit vielfältigen Aktionen u. a. auf die Notwendigkeit der Einschränkung von Glücksspielwerbung aufmerksam machen. Der Aktionstag findet bereits zum 16. Mal am letzten Mittwoch im September statt und richtet sich an Spieler*innen und deren Angehörige. Ziel ist es, über Suchtgefahren aufzuklären und Betroffenen den niedrigschwelligen Zugang in die regionalen Beratungsstellen aufzuzeigen. Weitere Informationen zum Aktionstag gegen Glücksspielsucht finden Sie auf der Sonderseite der BLS.


Fortbildung zu Glücksspiel | Sucht | Depression

Der Konsum und die Abhängigkeit von legalen und illegalen Substanzen sowie eine parallel zu pathologischem Glücksspielverhalten auftretende depressive Störung kommen im Kontext von Beratung und Therapie immer häufiger vor. Für den Behandlungsverlauf und um Rückfällen entgegenzuwirken, ist es von großer Bedeutung, Klient*innen ein schlüssiges Behandlungskonzept anzubieten, in dem beide Erkrankungen Berücksichtigung finden. Die Fortbildung „Glücksspiel | Sucht | Depression“ widmet sich den Zusammenhängen, Wechselwirkungen und Interventionen zur Behandlung von Substanzmittelkonsum, pathologischem Glücksspielverhalten und depressiver Symptomatik. Die Veranstaltung richtet sich an Suchtberater*innen, Suchttherapeut*innen und Psychotherapeut*innen mit praktischer Erfahrung in der Beratung und Behandlung von glücksspielsüchtigen Menschen. Es handelt sich um ein Aufbauseminar im Rahmen der Qualifizierungsreihe Beratung und Behandlung bei pathologischem Glücksspielverhalten. Zur Anmeldung geht es hier.


Glücksspielfalle Fußball-WM

Die Fußball-WM der Männer in Kanada, Mexiko und den USA wird auch von Sportwettenanbietern genutzt. Sie sprechen besonders eine junge, sportbegeisterte Zielgruppe an und erwarten Umsätze im Miliardenbereich. Livestreams von Fußballspielen lassen sich zum Teil sogar über Anbieterplattformen streamen. Durch diesen Schritt werden Fußballspiele und Sportwetten eng verknüpft. Besonders kritisch dabei ist die weit verbreitete Vorstellung, Fußball-Fachwissen sei eine Garantie für sichere Gewinne. Sportwetten bleiben jedoch ein Glücksspiel, dessen Ausgang nicht durch Fachwissen kontrollierbar ist. BLS-Geschäftsführerin Andrea Hardeling erklärt: „Damit Kinder und Erwachsene nicht den Gefahren von Glücksspielen ausgesetzt sind, darf es keine Verknüpfung von Sport- und Glücksspielangeboten, wie Streaming auf Anbieterseiten oder Bandenwerbung für Sportwetten im Stadion, geben. Sportveranstaltungen sollten sichere Orte für die ganze Familie sein, an denen der Spaß am Sport im Vordergrund steht.“ Weitere Informationen zum Thema Glücksspiel im Land Brandenburg finden Sie im BLS-Faktenblatt oder unter spielsucht-brandenburg.de.


DHS Jahrbuch Sucht 2026 veröffentlicht

2,16 Millionen Menschen in Deutschland sind alkoholabhängig. Weitere 1,7 Millionen konsumieren Alkohol missbräuchlich. Der Pro-Kopf-Konsum von Alkohol in Deutschland liegt mit 10,6 Litern reinem Alkohol pro Jahr weiterhin über dem europäischen Durchschnitt. Diese Zahlen veröffentlicht die Deutsche hauptstelle für Suchtfragen (DHS) im Jahrbuch Sucht 2026. Beim Cannabiskonsum ist laut der Publikation in Deutschland ein langfristiger Anstieg zu beobachten: Etwa 9,8 % der Erwachsenen haben im letzten Jahr konsumiert, wobei auch problematischer Gebrauch zunimmt. Mit dem Jahrbuch Sucht fasst die DHS jedes Jahr die neuesten Statistiken, u. a. zum Konsum von Alkohol, Cannabis, Tabak, Medikamenten, Illegalen Drogen sowie zu Glücksspiel, zusammen. Die neueste Ausgabe steht im DHS-Bestellcenter kostenfrei zum Download zur Verfügung.


Zweiter Zwischenbericht zu den Auswirkungen der Cannabis-Teillegalisierung

Das Forschungsprojekt „Evaluation des Konsumcannabisgesetzes“ (EKOCAN) hat seinen zweiten Zwischenbericht zu den Auswirkungen der Teillegalisierung von Cannabis auf die Entwicklungen des Cannabismarktes, den Kinder- und Jugendschutz, den Gesundheitsschutz sowie die cannabisbezogene Kriminalität vorgelegt. Laut Bericht beziehen Nutzer*innen in Deutschland ihr Cannabis zunehmend über legale Bezugswege. Die häufigste genannte Quelle bleibt jedoch der (illegale) Bezug von Cannabis über soziale Kontakte. Nur 3,5 % der Konsumierenden beziehen ihr Cannabis aus Cannabisanbauvereinigungen. Beim Thema Kinder- und Jugendschutz verweist der Bericht darauf, dass der befürchtete sprunghafte Anstieg cannabisbezogener Konsumprobleme sowie der Rückgang der Risikowahrnehmung des Cannabiskonsums unter Jugendlichen bislang ausgeblieben ist. Den vollständigen zweiten EKOCAN-Zwischenbericht gibt es unter diesem Link.


20 Jahre Quit the Shit

Das Online-Programm „Quit the Shit“ feiert ein Jubiläum. Bereits seit 20 Jahren biete das Angebot des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit niedrigschwellige Unterstützung für Cannabis-Nutzer*innen, die ihren Konsum reduzieren oder ganz aufhören möchten. Mehr als 14.000 Menschen haben seither die Hilfe der multiprofessionellen Beratungsteams hinter „Quit the Shit“ genutzt. Weitere Informationen zum Angebot gibt es unter quit-the-shit.net.


Positionspapier: Schutz der Bevölkerung vor alkoholbedingten Schäden

Die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) hat gemeinsam mit zahlreichen weiteren Akteur*innen aus dem Gesundheitsbereich das Positionspapier „Erforderliche Maßnahmen zur Senkung der negativen Folgen des Alkoholkonsums“ veröffentlicht. Angesichts der massiven körperlichen, seelischen und finanziellen Schäden, die Alkohol jedes Jahr in Deutschland verursacht, fordern die Organisationen u. a. die Einschränkung der Verfügbarkeit von Alkohol, Einschränkungen und Verbote von Alkoholwerbung und die höhere Besteuerung alkoholischer Getränke. Darüber hinaus verweist das Papier auf die Notwendigkeit eines stärkeren Kinder- und Jugendschutzes, etwa durch die Heraufsetzung des Mindestverkaufsalters und der konsequenten Kontrolle entsprechender Maßnahmen. Das vollständige Positionspapier finden Interessierte auf der Website der DHS.


Eröffnung erster Kinderschutzambulanz im Land Brandenburg

Im Potsdamer Klinikum Ernst von Bergmann haben Gesundheitsminister René Wilke und Jugendminister Gordon Hoffmann am 15.04.2026 Brandenburgs erste Kinderschutzinstitutsambulanz symbolisch eröffnet. Kinderschutzinstitutsambulanzen (KIA) sind Einrichtungen, in denen Medizinerinnen und Mediziner in enger Kooperation mit Fachleuten der Kinder- und Jugendhilfe Verdachtsfällen von Vernachlässigung, Kindesmisshandlung oder Kindesmissbrauch nachgehen und sofortige Hilfemaßnahmen einleiten. Der Standort in Potsdam deckt die Versorgungsregion Havelland-Fläming ab. Vier weitere Ambulanzen sollen im Laufe des Jahres folgen. Zur Pressemitteilung des Gesundheitsministeriums geht es hier.


„Kinder stark machen“-Tour 2026

Um Kinder frühzeitig auf ein suchtfreies Leben vorzubereiten, geht die Mitmachinitiative „Kinder stark machen“ des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) auch in diesem Jahr auf große Sommertour. „Kinder stark machen“ bietet umfangreiche Unterstützung, Informationen und Mitwirkungsmöglichkeiten, um Kinder in ihrer Entwicklung zu stärken und zu unterstützen. Im Rahmen der Aktionstour besucht das BIÖG mit einem „Kinder stark machen“-Erlebnisland zahlreiche deutsche Städte. An vielfältigen Mitmachstationen wie einem Vertrauensparcours können Kinder und Erwachsene gemeinsam stärkende Fährikeiten wie Mut, Anerkennung und Teamgeist erleben. Weitere Informationen zur Tour und alle Termine finden Sie unter kinderstarkmachen.de.


Drogenaffinitätsstudie 2025: Neue Zahlen zum Konsum illegaler Drogen unter jungen Menschen in Deutschland

Anlässlich des Weltdrogentages 2026 hat das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) neue Ergebnisse der Drogenaffinitätsstudie 2025 publiziert. Demzufolge hatten im Jahr 2025 2,5% der 12- bis 17-jährigen Jugendlichen bereits Erfahrung mit dem Konsum einer illegalen Droge. Bei den 18- bis 25-Jährigen liegt diese Zahl bei 18,7%, wobei junge Männer mit 23,8 % fast doppelt so häufig illegale Substanzen ausprobiert hatten wie Frauen mit 12,9 %. Am häufigsten wurden Erfahrungen mit Lachgas gemacht, gefolgt von Ecstasy, Amphetamin und Kokain. Damit hat sich der Konsum illegaler Drogen der 12- bis 17-Jährigen seit 2015 statistisch kaum verändert. Beim Kokainkonsum der jungen Erwachsenen im Alter von 18 bis 25 Jahren ist ein hingegen ein Anstieg von 1,2 % im Jahr 2015 auf 4,1 % im Jahr 2025 zu verzeichnen. Der Ecstasykonsum ist in dieser Altersgruppe seit 2019 wieder rückläufig. Weitere Informationen gibt es auf der Website des BIÖG.


Europäischer Drogenbericht

Die Drogenagentur der Europäischen Union (EUDA) hat ihren jährlichen Bericht zur Verbreitung von illegalen Drogen in den 27 EU-Mitgliedstaaten sowie Norwegen und der Türkei veröffentlicht. Im Bericht warnt die EUDA vor den Gefahren eines sich schnell entwickelnden, immer komplexer werdenden Drogenmarktes. 7600 Todesfälle durch Überdosierungen wurden 2024 registriert – die meisten durch Mischkonsum und häufig in Verbindung mit synthetischen Opioiden. Neben den gesundheitlichen Risiken verweist der Bericht auf die mit dem Drogenhandel verbundenen Gefahren durch Kriminalität und Gewalt. Der Europäische Drogenbericht steht auf der Website der EUDA zum Download zur Verfügung.


Veranstaltungen der BLS

    02./03.07.2026 | Beratung und Behandlung bei pathologischem Glücksspielverhalten - Basisqualifizierung
    Zweiter Teil der Qualifizierungsreihe"Beratung und Behandlung bei pathologischem Glücksspielverhalten" (online)

    20.08.2026 | Weitersagen! - Starke Strukturen für starke Kinder: Koordinierungsstelle Gesundheitliche Chancengleichheit Brandenburg
    Online-Projektvorstellung

    27.08.2026 | ErINNERung wirkt
    Online-Fortbildung

    27.08./03.09./04.09./06.11.2026 | Brücken bauen - Handlungssicherheit für Kitafachkräfte und Kindertagespflegepersonen
    Fortbildung online und in Präsenz in Potsdam

    10.09.2026 | Weitersagen! - Starke Formate für starke Kinder: AMSOC-Patenschaften
    Online-Projektvorstellung

    10.09.2026 | Rausch & Drogen - online: Amphetamine und Neue Psychoaktive Substanzen (NPS)
    Online-Fortbildung

    11.09.2026 | Sucht und Verluste. Wenn Trauer die Lösung sein kann
    Präsenzveranstaltung in Potsdam

    15.09.2026 | Gute Gespräche mit psychisch belasteten Eltern führen
    Präsenzveranstaltung in Potsdam

    17.09.2026 | Rausch & Drogen - online: Medikamentenkonsum bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen
    Online-Fortbildung

    18.09.2026 | Gewaltschutzkonzepte in der Suchthilfe und angrenzenden Arbeitsfeldern
    Präsenzveranstaltung in Potsdam

    24.09.2026 | Rausch & Drogen - online: Kaufsucht
    Online-Fortbildung

    29.09.-01.10.2026 | FAMILIE SUCHT HILFE
    Präsenzveranstaltung in Herzberg/Elster

    01.10.2026 | Rausch & Drogen - online: Synthetische Opioide und Fentanyl
    Online-Fortbildung

    13.-15.10.2026 | FAMILIE SUCHT HILFE
    Präsenzveranstaltung in Potsdam

    15./16.10.2026 | Aufbauschulung: Glücksspiel | Sucht | Depression
    Aufbauseminar zur Qualifizierungsreihe "Beratung und Behandlung bei pathologischem Glücksspielverhalten" (Präsenzveranstaltung)

    20.11/21.11./03.12.2026 | Suchtpräventionsschulung für Präventionsbeauftragte von Cannabis-Anbauvereinigungen
    Fortbildung in Potsdam und online

    25.-27.11.2026 | MOVE Eltern
    Präsenzveranstaltung in Potsdam
     

    Veranstaltungen des Fachbereichs für die Sucht-Selbsthilfe

    Online-Fortbildungsreihe "Sucht verstehen: Hintergründe, Belastungen, Perspektiven":

    16.07.2026 | Sucht verstehen: Versöhnung als Chance
    Vierter Teil der Online-Fortbildungsreihe "Sucht verstehen: Haltung, Kommunikation und innere Stärke"

    10.10.2026 | Lots*in im Lotsennetzwerk Brandenburg
    Basisqualifikation in Potsdam 

    24./25.10.2026 | Fit für die Gruppenleitung
    Fortbildung für neue Leiter*innen von Sucht-Selbsthilfegruppen in Elstal


      Termine

      12.09.2026 | Recovery Walk 2026 in Düsseldorf
      Präsenzveranstaltung in Düsseldorf

      17.09.2026 | Gemeinsam wirksame Gesundheitsstrategien gestalten
      4. Brandenburger Präventionskonferenz in Potsdam

      21.-23.09.2026 | Versorgen – Forschen – Teilhaben
      Deutscher Suchtkongress in Hamburg

      23./24.09.2026 | Management in der Suchthilfe
      33. Fachtagung in Kassel

      21.-23.10.2026 | Suchtstigma im Wandel: Evidenz, Praxis, Perspektiven
      20. Wissenschaftliches Gespräch DG-Sucht in Leipzig

      27./28.10.2026 | Öffentlicher Raum und verborgene Welten
      65. DHS Fachkonferenz SUCHT in Essen