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Projekt DigiSucht

Das Projekt DigiSucht widmet sich der Einführung der länder- und trägerübergreifenden Suchtberatungsplattform DigiSucht im Land Brandenburg. An dem Projekt beteiligen sich aktuell über 250 Suchtberatungsstellen mit mehr als 500 Beraterinnen und Beratern aus 13 Bundesländern. Im Land Brandenburg wird das Projekt von der Landeskoordinierungsstelle DigiSucht in der BLS organisiert und gesteuert. 

Auf dieser Seite informiert die Koordinierungsstelle zu den wichtigsten Projektzielen und der Projektorganisation im Land Brandenburg. Zudem erfahren interessierte Suchtberatungsstellen hier, wie sie an die DigiSucht Plattform angeschlossen werden können. 

 

Logo Projekt DigiSucht mit Untertitel Freundlich.Professionell.Anonym

Allgemeine Informationen

Was ist das Projekt DigiSucht?

Das DigiSucht Projekt ist ein bundesweites Projekt zur Entwicklung einer träger- und länderübergreifenden Suchtberatungsplattform. Die DigiSucht Plattform ist seit Oktober 2022 unter www.suchtberatung.digital für Ratsuchende erreichbar. Neben der technischen Umsetzung werden im Rahmen des Projektes auf Bundes- und auf Landesebene die notwendigen organisatorischen Strukturen geschaffen und fachliche Fragen zur Umsetzung digitaler Suchtberatung bearbeitet. Basis für die technische Umsetzung der Plattform ist das DigiSucht Konzept, das im Jahr 2020 auf Initiative und in Kooperation mehrerer Landesstellen für Suchtfragen - darunter die BLS - entstanden ist. 

Die Konzeption, die technische Umsetzung sowie der Modellbetrieb der DigiSucht Plattform wurden vom Bundesministerium für Gesundheit (BMG) gefördert. Verantwortlich für die Umsetzung ist die delphi Gesellschaft für Forschung, Beratung und Projektentwicklung mbH. In Brandenburg werden die Landeskoordinierung durch die BLS und die Kosten für den Regelbetrieb vom Ministerium für Soziales, Gesundheit, Integration und Verbraucherschutz des Landes Brandenburg (MSGIV) finanziert. 

Welche Ziele will das Projekt DigiSucht erreichen?

Das DigiSucht Projekt soll kommunalen Suchtberatungsstellen die Umsetzung digitaler Suchtberatung ermöglichen. Mit einem länder- und trägerübergreifenden Ansatz, dem Aufbau entsprechender organisatorischer Strukturen, der systematischen Integration eines Qualitätsmanagements, der Bereitstellung digitaler Tools zur strukturierten Unterstützung von Verhaltensänderungen sowie Möglichkeiten für Blended-counselling, soll das Angebot der Suchtberatungsstellen um digitale Beratung via Videochat, Mail und Textchat substantiell erweitert werden.

Für Ratsuchende wird mit der DigiSucht Plattform eine zentrale und niedrigschwellige Anlaufstelle geschaffen, über die sie qualitätsgesicherte Beratung von Suchtberatungsstellen in ihrer Region in Anspruch nehmen können. Perspektivisch sollen auch die Angebote der Sucht-Selbsthilfe in das Projekt eingebunden werden. 

Warum ist das DigiSucht Projekt notwendig?

Mit dem Anschluss an die DigiSucht Plattform wird die Sichtbarkeit der kommunalen Suchtberatungsstellen im Internet erhöht. Die Beratungsstellen erhalten kostenfrei die technische Infrastruktur, um ihr Beratungsangebot um digitale Beratung und Blended-counselling zu ergänzen. Durch das Angebot digitaler Beratung wird der Zugang zur professionellen, kommunalen Suchtberatung niedrigschwelliger und es wird ein breiterer, jüngerer Adressatenkreis erreicht. Je früher die passende Hilfe gefunden wird, desto geringer ist der Hilfebedarf.

Das Angebot von Blended Counseling, also der Kombination von digitalen und analogen Kommunikationssettings in der Beratung, macht es Ratsuchenden leichter, den Kontakt zur Beratungsstelle zu halten - auch wenn sie mobiliätseingeschränkt sind oder phasenweite berufsbedingt keine Beratung vor Ort in Anspruch nehmen können. Auch der Kontakt zu Ratsuchenden, die einen weiten Weg zur nächsten Suchtberatungsstelle haben, kann einfacher gehalten werden. Durch den kontinuierlichen Kontakt mit der Beratungsstelle werden die Risiken für Rückfälle und die daraus resulitierenden gesundheitlichen Schäden minimiert.

Wie sieht die zeitliche Planung im Projekt DigiSucht aus?

Die DigiSucht Plattform wurde von seit Oktober 2022 bis Dezember 2023 im Rahmen einer Modellphase von bundesweit über 40 Suchtberatungsstellen mit mehr als 80 Beraterinnen und Beratern aus 13 Bundesländern evaluiert und getestet. Im Januar 2024 wurde das Projekt in den Regelbetrieb überführt, an dem derzeit über 300 Suchtberatungsstellen mit mehr als 660 Beraterinnen und Beratern aus 13 Bundesländern teilnehmen. Der Regelbetrieb wird im Rahmen einer entsprechenden Vereinbarung von den 13 teilnehmenden Bundesländern, die zunächst bis Ende 2025 gilt, finanziert. Der Anteil Brandenburgs wird vom Ministerium für Soziales, Gesundheit, Integration und Verbraucherschutz des Landes Brandenburg (MSGIV) getragen. 

Der nächste Schulungsdurchlauf ist im September 2024 geplant. Interessierte Suchtberatungsstellen können sich per E-Mail an die Landeskoordinierungsstelle DigiSucht wenden, um ihr Interesse zur Teilnahme zu bekunden (siehe Informationen für Suchtberatungsstellen).

Was sind die Aufgaben der Landeskoordinierungsstelle DigiSucht?

Die BLS wurde im Dezember 2021 vom vom Ministerium für Soziales, Gesundheit, Integration und Verbraucherschutz des Landes Brandenburg (MSGIV) damit beauftragt, die Landeskoordinierung für das Projekt DigiSucht zu übernehmen. Die Landeskoorinierungsstelle DigiSucht ist die zentrale Ansprechpartnerin für das Projekt DigiSucht in Brandenburg. Zu ihren Aufgaben gehören:

  • Akquise von Beratungsstellen zur Teilnahme am Projekt
  • Organisation und Durchführung von Schulungen für Fachkräfte
  • Anlegen von Accounts für Beratungsstellen und Fachkräften
  • Koordinierung und Bereitstellung eines technischen Supports für aktive Fachkräfte
  • Förderung des fachlichen Austauschs, bspw. durch die Organisation und Durchführung von Netzwerktreffen mit Fachkräften (landesweit / länderübergreifend)
  • Mitarbeit an konzeptionellen Fragestellungen zur Weiterentwicklung der DigiSucht Plattform
  • Organisation von digitalen Intervisionsgruppen
  • Organisation und Umsetzung weiterer individueller, plattformspezifischer Maßnahmen der Qualitätssicherung
  • Landesweite Kommunikation des DigiSucht Projektes an Betroffene und Angehörige

Ansprechpartnerin ist Julia Nieveler, Referentin für Digitalisierung bei der BLS. 

Informationen für Suchtberatungsstellen

Wie können Suchtberatungsstellen am Projekt DigiSucht teilnehmen?

Brandenburger Suchtberatungsstellen, die an die DigiSucht Plattform angeschlossen werden möchten, können sich per E-Mail an die Landeskoordinierungsstelle DigiSucht wenden. Der nächste Schulungsdurchlauf ist im September 2024 geplant:

  • am 19.09.2024 von 09:00 – 16:30 Uhr findet die Basisqualifizierung Online-Beratung statt
  • am 26.09.2024 von 09:00 – 16:00 Uhr findet die technische Einführung in die DigiSucht Plattform statt

Die Teilnahme am DigiSucht Projekt und der Besuch der Schulung sind für die Beratungsstellen kostenlos.

Sie erhalten nach der Interessenbekundung von der Landeskoordinierungsstelle einen Fragebogen, in dem Informationen zur Einrichtung und der gewünschte Teilnahmezeitraum abgefragt werden. Sobald alle Beratungsstellen für einen Durchlauf feststehen, findet eine digitale Kick-off Veranstaltung statt, in der konkrete Termine für die Schulungen genannt werden und offene Fragen geklärt werden können. 

Auf Wunsch können Sie vor der Interessenbekundung einen Termin für eine Projektvorstellung mit der Landeskoordinierungsstelle DigiSucht vereinbaren. Die nächste öffentliche Informaitonsveranstaltung findet am 11.07.2024 online statt. Zu der Veranstaltung können Sie sich hier anmelden. 

Was sind die Voraussetzungen zur Teilnahme am Projekt DigiSucht?

Die Teilnahme ist nur für öffentlich geförderte ambulante Beratungs- und Behandlungsstellen für Suchtkranke und Suchtgefährdete (BBS) möglich. Je Beratungsstelle sollten mindestens zwei qualifizierte Suchtberater*innen am DigiSucht Projekt teilnehmen. Um auf der DigiSucht Plattform zu beraten, ist der Besuch von Schulungen zur technischen Bedienung der DigiSucht Plattform und zu Methoden der Online-Beratung obligatorisch. Zumden sollte die Bereistschaft bestehen, am fachlichen Austausch zum Projekt (bspw. Netzwerktreffen) teilzunehmen. 

Alle technischen und organisatorischen Voraussetzungen können Sie diesem Dokument entnehmen. 

Welcher zeitliche Aufwand entsteht durch die Teilnahme am DigiSucht Projekt?

Für die digitale Beratung auf der DigiSucht Plattform sollten pro beteiligter/ beteiligtem Berater*in Beratungskapazitäten von etwa vier Stunden pro Woche bereitgestellt werden können (während der Modellphase ggf. auch weniger). In diesen vier Stunden pro Woche ist die Teilnahme an begleitenden Maßnahmen wie Intervisionsgruppen und Netzwerktreffen bereits inkludiert. Die einmalige Kick-off Veranstaltung dauert etwa eineinhalb Stunden. Die technische und fachliche Qualifizierung nehmen pro Berater*in etwa zwei Arbeitstage in Anspruch. Netzwerktreffen der teilnehmenden Standorte finden alle zwei bis drei Monate statt und dauern etwa eineinhalb Stunden. 

Schulungen, Intervisionsgruppen und Netzwerktreffen finden in der Regel digital statt. Mittelfristig ist geplant, ein Netzwerktreffen im Jahr vor Ort in der BLS durchzuführen. 

Wie laufen die Schulungen zum DigiSucht Projekt ab?

In der Schulung zum DigiSucht Projekt werden die technischen und fachlichen Qualifikationen vermittelt, die für die digitale Beratung auf der DigiSucht Plattform notwendig sind. Die Schulungen in Brandenburg orientieren sich an bundesweiten Standards, die im Rahmen des DigiSucht Projektes von der Bundeskoordinierung (delphi) und den teilnehmenden Landesstellen gemeinsam festgelegt wurden. Der Nachweis von Qualifikationen zur digitalen Suchtberatung ist für alle teilnehmenden Berater*innen verpflichtend (bereits vorhandene Qualifikationen zur digitalen Suchtberatung können nach Prüfung durch die Landeskoordinierungsstelle ggf. anerkannt werden). 

Die Schulung zum DigiSucht Projekt ist in zwei Teile untergliedert dauert insgesamt etwa zwei Arbeitstage. Es ist geplant, die Schulungen an zwei einzelnen Tagen in einem Zeitraum von zwei Wochen durchzuführen. Die konkreten Termine werden in der Kick-off Veranstaltung zum jeweiligen Durchlauf genannt. 

Tag 1 - Einführung in die DigiSucht Plattform: Technische Einführung, Datenschutz- und Datensicherheit, Erläuterungen zur Projektorganisation und Qualitätssicherung

Tag 2 - Basisschulung zum Thema Online-Beratung: Konzeptionellen Grundlagen der Online-Beratung im Kontext der Suchtberatung, Methoden und  Techniken der verschiedenen Beratungsformate (Mail- und Chatberatung, Videoberatung)

Die Teilnahme an der DigiSucht Schulung ist für die teilnehmenden Beratungsstellen kostenlos. 

Icon mit Bildschirm und Ortsmarke zur Visualisierung hybrider Beratungsformate

Impressionen DigiSucht Plattform

Screenshot der DigiSucht Landigpage
Screenshot der DigiSucht Anmeldemaske
Screenshot der DigiSucht Beratungsansicht

Teilnehmende Beratungsstellen

Landskreis Barnim
Suchtberatung Bernau
Land in Sicht PROWO gGmbH
Bürgermeisterstr. 2
16321 Bernau

Suchtberatung Eberswalde
Land in Sicht PROWO gGmbH
Schönholzerstr. 12
16227 Eberswalde

Stadt Cottbus
Suchtberatung Cottbus und Spree-Neiße
Tannenhof Berlin-Brandenburg gGmbH
Sachsendorfer Str. 22
03046 Cottbus

Landkreis Dahme-Spreewald
Suchtberatung Landkreis Dahme-Spreewald
Tannenhof Berlin-Brandenburg gGmbH
Hochschulring 2 (Halle VII)
15745 Wildau

Landkreis Elbe-Elster
Beratungs- und Behandlungsstelle Bad Liebenwerda
AUSWEG gGmbH
Südring 20
04924 Bad Liebenwerda

Beratungs- und Behandlungsstelle Finsterwalde
AUSWEG gGmbH
Große Ringstraße 4
03238 Finsterwalde

Landkreis Ostprignitz-Ruppin
Integrierte Suchtberatung Ostprignitz-Ruppin
Tannenhof Berlin-Brandenburg gGmbH
Heinrich-Rau-Straße 27-30
16816  Neuruppin

Landkreis Prignitz
Beratungsstelle Wittenberge
Suchhilfe Prignitz e.V.
Wahrenberger Str. 2
19322 Wittenberge

Beratungsstelle Perleberg
Suchhilfe Prignitz e.V.
Wollweberstr. 22b
19348 Perleberg

Beratungsstelle Pritzwalk
Suchhilfe Prignitz e.V.
Grünstr. 26
16928 Pritzwalk

Stadt Potsdam
Ambulante Beratungs- und Behandlungsstelle Potsdam
AWO Bezirksverband Potsdam e.V.
Großbeerenstraße 187
14482 Potsdam

Landkreis Potsdam-Mittelmark 
Ambulante Beratungs- und Behandlungsstelle Bad Belzig
AWO Bezirksverband Potsdam e.V.
Brücker Landstraße 1A
14806 Bad Belzig

Ambulante Beratungs- und Behandlungsstelle Teltow
AWO Bezirksverband Potsdam e.V.
Potsdamer Straße 7-9
14513 Teltow

Landkreis Spree-Neiße
Suchtberatung Spremberg
Deutsches Rotes Kreuz Kreisverband Niederlausitz e.V. 
Gartenstraße 14
03130 Spremberg

Suchtberatung Cottbus und Spree-Neiße
Tannenhof Berlin-Brandenburg gGmbH
Kleine Amtstraße 2
03149 Forst/Lausitz

Landkreis Teltow-Fläming
Christliche Sozialwerk -ICHTHYS- Abhängigenhilfe e. V.
Arcostrasse 42
15831 Mahlow

Landkreis Uckermark (derzeit noch offline)
Beratungsstellen für Abhängigkeitskranke Templin
GLG MSZ Uckermark gGmbH
Waldstraße 31
17268 Templin 

Ansprechperson:

Julia Nieveler

Telefon: (0331) 581 380 14
E-Mail: julia.nieveler(ät)blsev.de