
27. August - 06. November 2026 | Fortbildungen, selbstbestimmt
Brücken bauen - Handlungssicherheit für Kitafachkräfte und Kindertagespflegepersonen
4-tägige Fortbildung des Projekts selbstbestimmt
Kinder aus sucht- und psychisch belasteten Familien gehören zu den häufig übersehenen Risikogruppen im pädagogischen Alltag. Viele dieser Kinder erfahren Unsicherheit, emotionale Belastungen, Überforderung und Loyalitätskonflikte. Pädagogische Fachkräfte erleben Kinder oft täglich und verfügen damit über wichtige Möglichkeiten zur Früherkennung und Unterstützung. In der Praxis bestehen jedoch häufig Unsicherheiten: Wie erkenne ich mögliche Hinweise? Wie führe ich Gespräche mit Eltern? Welche Hilfen gibt es? Die 4-tägige Fortbildungsreihe setzt hier an und stärkt die Handlungssicherheit der pädagogischen Fachkräfte
Die praxisorientierte Fortbildungsreihe verbindet Fachwissen mit konkreten Handlungsstrategien für den pädagogischen Alltag. Die Teilnehmenden lernen, was Risiko- und Schutzfaktoren sind, wie sie Gespräche mit Eltern sicherer führen und die Kinder ressourcenorientiert begleiten können. Die Fortbildung besteht aus drei Online-Modulen und einem Präsenztag in Potsdam. Die Einheiten bauen aufeinander auf und sind daher nur zusammenhängend buchbar. Zur nachhaltigen Verankerung in den Einrichtungen werden umfangreiche Materialien bereitgestellt. Die Teilnehmenden erhalten am Ende der Fortbildung ein Zertifikat.
Zielgruppe
Die Veranstaltung richtet sich an pädagogische Fachkräfte aus Kindertageseinrichtungen (insbesondere Kinderschutzfachkräfte) und Kindertagespflege.
Hinweis: Wir empfehlen (wenn möglich) die Teilnahme im Tandem mit zwei Fachkräften pro Einrichtung/Träger.
Referent*in
Susanne Jiménez
Fachberaterin, B.A: Heilpädagogik, M.A. Soziale Arbeit
Programm
27.08.2026, 09:30 - 06.11.2026, 16:00 Uhr Brücken Bauen
Handlungssicherheit für Kitafachkräfte und Kindertagespflegepersonen
09:30 - 12:30 Uhr Tag 1 | 27.08.2026 | Online
Modul I: Wenn Eltern sucht- oder psychisch erkrankt sind – Familiendynamiken verstehen
- Überblick zu Suchterkrankungen und häufigen psychischen Erkrankungen
- Auswirkungen auf Erziehungsverhalten und Bindung
- typische Familiendynamiken in belasteten Familien
- Parentifizierung (emotional und instrumentell)
- Multiproblem-Konstellationen (z. B. Sucht, Armut, Gewalt)
- Stress- und Überforderungssignale bei Eltern
- Einordnung möglicher Kindeswohlgefährdung
09:30 - 12:30 Uhr Tag 2 | 03.09.2026 | Online
Modul II: Kinder im Schatten – Auswirkungen auf Entwicklung und Verhalten
- Loyalitätskonflikte und innere Belastungslagen von Kindern
- „Verhaltensauffälligkeiten“ als mögliche Stressreaktionen
- altersspezifische Belastungsanzeichen
- Risiko für eigene Suchtentwicklung
- Resilienz und Schutzfaktoren als zentrale Präventionsansätze
- Überblick zu FASD als relevante Risikolage
- pädagogische Unterstützungsmöglichkeiten im Alltag
09:30 - 12:30 Uhr Tag 3 | 04.09.2026 | Online
Modul III: Meine Haltung als Fachkraft – zwischen Helfen, Ohnmacht und Auftrag
- eigene Triggerpunkte und biografische Resonanzen
- typische fachliche Fallstricke (z. B. Retterdynamiken, Bagatellisierung)
- Umgang mit Unsicherheit und Ohnmachtsgefühlen
- professionelle Nähe und Distanz
- Angst vor Kinderschutzmeldungen einordnen
- Selbstfürsorge im Umgang mit belastenden Fällen
- Bedeutung der Fachkraft
- Diamantene Kompetenzen: Du kannst den Unterschied machen
- Bestärkung
09:00 - 16:00 Uhr Tag 4 | 06.11.2026 | Potsdam
Modul IV: Vom Verstehen zum Handeln Gesprächsführung, Schutzauftrag und Fallarbeit
- Kinderschutz in Suchtkontexten (§ 8a, § 47 SGB VIII)
- Risikoabschätzung in belasteten Familiensystemen
- Dokumentationsanforderungen
- Zusammenarbeit mit Jugendamt, Suchthilfe und ISEF
- Grenzen pädagogischer Verantwortung
- suchtsensible Gesprächsführung mit Eltern
- schwierige Gespräche konstruktiv führen
- kollegiale Fallberatung anhand von Praxisfällen
Veranstaltungsort
Teilnahmebeitrag
50,00 Euro
Anmeldeschluss
13. August 2026
Veranstaltungsbuchung
Diese Veranstaltung ist ausgebucht.