
24. April 2026 | Tagungen, selbstbestimmt
Kinderschutz im Blick: die Perspektiven und Bedürfnisse der Kinder psychisch und suchterkrankter Eltern
Jahrestagung 2026 der Bundesarbeitsgemeinschaft Kinder psychisch erkrankter Eltern (BAG KipE)
Die Bundesarbeitsgemeinschaft „Kinder psychisch erkrankter Eltern“ lädt in Kooperation mit der Brandenburgischen Landesstelle für Suchtfragen e. V. zur Jahrestagung in Potsdam ein. Die BAG möchte 2026 die Perspektiven und Bedürfnisse von Kindern aus sucht- und psychisch belasteten Familien in den Mittelpunkt rücken und dabei den Blick auf eine frühzeitige Ansprache sowie ihre Einbindung in kommunale Schutz- und Versorgungsstrukturen richten.
Inhalte
Die Tagung beschäftigt sich mit der Frage, wie betroffene Kinder gemeinsam mit den Eltern frühzeitig angesprochen werden können, um eine gesunde Entwicklung zu ermöglichen. Gleichzeitig geht es darum, Themen wie Kinderschutz oder auch die Entwicklung kommunaler Gesamtkonzepte vorzustellen und im gemeinsamen Erfahrungsaustausch zu diskutieren.
Um in den weiteren Austausch zu kommen und einen Überblick über spezielle Inhalte und Angebote zu geben, laden wir im Anschluss an den thematischen Input zu acht Tischgruppen ein. Dort erhalten die Teilnehmenden fachliche Impulse zu Themen wie Kinderschutz und Kommunale Gesamtkonzepte und können miteinander ins Gespräch kommen.
Zielgruppe
Die Veranstaltung richtet sich an Fachkräfte aus Gesundheitswesen, Jugendhilfe, Schule, Kita, Kinderschutz und angrenzenden Handlungsfeldern.
Ermäßigungsmöglichkeit:
Wir bieten ein begrenztes Kontingent an ermäßigten Tickets für ermäßigungsberechtigte Personen (z. B. Studierende, Auszubildende etc.) an. Bei Interesse melden Sie sich gern direkt bei uns: selbstbestimmt(ät)blsev.de.
Fakultatives (Vor-)Abendprogramm
Die BLS bietet am 23.04.2026 ab 16:30 Uhr für Tagungsteilnehmende eine Besichtigung des Großen Waisenhauses in Potsdam an. Das Waisenhaus-Museum vermittelt, wie Kinder dort von 1724 bis 1952 lebten und zeigt den Wandel pädagogischer Konzepte im Laufe der Jahrhunderte. Die Besichtigung ist kostenfrei. Die Plätze sind jedoch begrenzt. Interessierte können sich, solange Plätze verfügbar sind und spätestens bis zum 26.03.2026 unter diesem Link verbindlich zur Teilnahme anmelden.
Programm
09:30 - 10:00 Uhr Ankommen & Stehcafé
10:00 - 10:30 Uhr Eröffnung der Jahrestagung
Prof. Dr. Sabine Wagenblass
BAG KipE
Andrea Hardeling
Geschäftsführerin
Brandenburgische Landesstelle für Suchtfragen e.V.
Ministerin Britta Müller (angefragt)
Ministerium für Gesundheit und Soziales des Landes Brandenburg (MGS)
10:30 - 11:15 Uhr „Welche Rolle spielt das Thema psychisch und suchtbelastete Eltern in den Frühen Hilfen und wie kann gute Kooperation gelingen? “
Till Hoffmann
Nationales Zentrum Frühe Hilfen, Bundesinstitut für öffentliche Gesundheit
11:15 - 11:45 Uhr Pause
11:45 - 12:30 Uhr „Stark im Sturm: gemeinsam mit den Eltern Kinder in den Blick nehmen“
Prof. Dr. med. Anne Koopmann
Leitung der klinikübergreifenden Initiative „Stark im Sturm“ – Hilfen für Kinder psychisch und suchterkrankter Eltern
12:30 - 13:30 Uhr Mittagspause
13:30 - 14:20 Uhr 1. Durchgang „World-Café“ mit Thementischen
Thementisch 1: Risiko- und Gefährdungseinschätzung – Kindeswohlgefährdungen erkennen, bewerten und handeln
Fachstelle Kinderschutz im Land Brandenburg
Psychische Erkrankungen oder Suchterkrankungen von Eltern können Familien erheblich belasten – besonders Kinder sind hiervon betroffen. Doch wann entwickeln sich diese Belastungen zu einer Kindeswohlgefährdung? Welche Kriterien sind entscheidend für eine fundierte Einschätzung? An diesem Thementisch möchten wir gemeinsam der Frage nachgehen, unter welchen Bedingungen elterliche Belastungen zu einer Gefährdung für Kinder werden können. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der angemessenen Beteiligung betroffener Kinder und Eltern im Einschätzungsprozess. Neben der gemeinsamen fachlichen Reflexion werden praxisnahe Indikatoren, hilfreiche Arbeitsmaterialien sowie Checklisten vorgestellt, die mehr Handlungssicherheit im Umgang mit diesen komplexen Situationen bieten. Im kollegialen Austausch eröffnen sich zudem Räume, um Erfahrungen zu teilen und weiterführende Handlungsmöglichkeiten zu entwickeln.
Moderation: Jenny Troalic & Johannes Reime (Fachstelle Kinderschutz im Land Brandenburg, Start gGmbH)
Thementisch 2: Künstliche Intelligenz in der psychosozialen Arbeit - Wie kann ein reflektierter und verantwortungsvoller Einsatz von KI in der Arbeit mit Familien gelingen?
NOW! Potsdam
Künstliche Intelligenz ist in der psychosozialen Arbeit angekommen. Fachkräfte nutzen KI-gestützte Tools in Dokumentation, Recherche und Beratung, Klientinnen und Klienten greifen zunehmend auf KI-Anwendungen zurück, um Unterstützung zu finden. Gleichzeitig herrscht erhebliche Unsicherheit im professionellen Umgang, nicht zuletzt mit Blick auf Datenschutz, fachliche Verantwortung und ethische Grenzen.
Wie kann ein reflektierter und verantwortungsvoller Einsatz von KI in der Arbeit mit Familien gelingen? Dieser Frage gehen wir anhand eines konkreten Praxisbeispiels nach: Mental Helpy, ein KI-gestützter Lotsen- und Beratungsbot, den wir bei NOW! Potsdam im Auftrag des Jugendamtes Potsdam entwickeln. Mental Helpy soll Familien mit psychischen Belastungen niedrigschwellig und jederzeit erreichbar dabei unterstützen, den richtigen Zugang zu Hilfsangeboten zu finden und zeigt damit exemplarisch, welche Potenziale, aber auch welche Herausforderungen der KI-Einsatz in sensiblen psychosozialen Kontexten mit sich bringt.
Gemeinsam diskutieren wir, was es braucht, damit KI in diesem Feld nicht nur funktioniert, sondern wirklich nützt, den Fachkräften und vor allem den Familien.
Moderation: Jannis Seidemann (NOW! Potsdam)
Thementisch 3: Kinderschutz durch präventiven Einsatz von Elternassistenz
Bundesverband behinderter und chronisch kranker Eltern
Kein minderjähriges Kind sollte die Aufgaben seiner Eltern dauerhaft übernehmen, weil ein Elternteil chronisch psychisch erkrankt ist. Dafür hat der Gesetzgeber im Bundesteilhabegesetz unter anderem Assistenz bei der Betreuung und Versorgung der Kinder klar geregelt. Aber bisher kennen viele familienunterstützenden Beratungsstellen und Behörden diesen Rechtsanspruch nicht.
Wir stellen die Ergebnisse eines Fachtages zum Thema Elternassistenz vor und diskutieren, wie das Angebot auch Kinder psychisch erkrankter Eltern vor Parentifizierung schützen kann.
Moderation: Uta Lauer EUTB Havelland und Kerstin Blochberger bbe Projektleitung Partizipation in Inklusiver Jugendhilfe.
Thementisch 4: Kommunale Gesamtkonzepte
Brandenburgische Landesstelle für Suchtfragen e.V.
Der Thementisch „Kommunale Gesamtkonzepte“ lädt dazu ein, einen Blick in die aktuellen Entwicklungsprozesse des Projekts selbsbestimmt Prävention für Kinder aus sucht- und psychisch belasteten Familien | Kommunale Gesamtkonzepte zu werfen. Wir stellen vor, wie in Kommunen sektorenübergreifende Zusammenarbeit gedacht werden kann, um Unterstützungsstrukturen für betroffene Kinder, Jugendliche und Familien nachhaltig zu stärken. Dabei zeigen wir erste Erfahrungen aus dem Projekt, diskutieren Gelingensbedingungen und möchten mit Interessierten ins Gespräch kommen, die ähnliche Prozesse anstoßen oder vertiefen möchten. Ziel ist es, voneinander zu lernen und Perspektiven für eine landesweite Weiterentwicklung sichtbar zu machen.
Moderation: Ruben Maué (Projekt selbstbestimmt, BLS e.V.), Kathleen Winkler (Projekt selbstbestimmt, BLS e.V.)
Thementisch 5: Bedarfserhebung "Kinder psychisch erkrankter Eltern" - Zugangswege verstehen und gestalten
Fachstelle Kinder psychisch erkrankter Eltern
An unserem Thementisch präsentieren wir als Fachstelle Kinder psychisch erkrankter Eltern die Methodik und die Ergebnisse unserer multiperspektivischen Bedarfserhebung für Kinder psychisch erkrankter Eltern in Marburg. Wir identifizierten dabei umfassende Hürden entlang des gesamten Hilfswegs - von individueller Scham bis zu strukturellen und praktischen Barrieren. Unser erprobtes Vorgehen und Lessons Learned kann anderen Kommunen als adaptierbare Blaupause dienen, um spezifische lokale Bedarfe zu erfassen und darauf basierend ein systematisches Unterstützungskonzept zu entwickeln.
Moderation: Silvia Kemmerling (Fachstelle Kinder psychisch erkrankter Eltern, Stadt Marburg)
Thementisch 6: Schatzsuche
Gesundheit Berlin-Brandenburg e. V.
Der Thementisch widmet sich dem Themenfeld der seelischen Gesundheit mit einem besonderen Schwerpunkt auf Kindern aus sucht- und psychisch belasteten Familien. Dabei spielt die Bedeutung einer frühzeitigen Sensibilisierung von Familien für das Thema psychische Gesundheit eine bedeutende Rolle, um aufzuzeigen, welche Bedingungen dazu beitragen können, das Risiko einer generationsübergreifenden Weitergabe psychischer Erkrankungen und Suchterkrankungen zu reduzieren.
Als ein möglicher Ansatz wird das Programm Schatzsuche mit praxisorientierten Methoden und Übungen aus der Weiterbildung sowie aus Elterntreffen vorgestellt.
Moderation: Janet Priebe
14:20 - 14:40 Uhr Kaffeepause
14:40 - 15:30 Uhr 2. Durchgang „World-Café“ mit Thementischen
(zu den Inhalten der Thementische siehe Durchgang 1)
15:30 - 16:00 Uhr Schlussplenum
Andrea Hardeling
Geschäftsführerin
Brandenburgische Landesstelle für Suchtfragen e.V.
Dr. Ruth Vornefeld
Bündnis KipsFam c/o AFET - Bundesverband für Erziehungshilfe e.V.
Andreas Schrappe
BAG-Sprecher
Inputs aus dem World Café: neue Trends, neue Arbeitsansätze
Interview: Aktuelles aus der BAG KipE und dem Bündnis KipsFam für Kinder aus psychisch und suchtbelasteten Familien
Ausblick BAG KipE
Veranstaltungsort
Teilnahmebeitrag
80,00 Euro
Die Tagungsgebühr beinhaltet Getränke und einen Mittagsimbiss.
Anmeldeschluss
07. April 2026
Veranstaltungsbuchung
Diese Veranstaltung ist ausgebucht.