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01.10.2026 | Suchtprävention

BJS6 vorgestellt: Brandenburger Jugendliche rauchen und trinken wieder mehr

1.700 Schüler*innen aus zehnten Klassen in 16 Landkreisen und kreisfreien Städten des Landes Brandenburg nahmen im Schuljahr 2024/2025 an der 6. Welle der Befragung „Brandenburger Jugendliche und Substanzkonsum“ (BJS) teil. Die Ergebnisse zeigen: Die Jugendlichen rauchen und trinken wieder mehr. Daneben erfordern neuere Herausforderungen wie hoher Medienkonsum und Vapen eine Stärkung der Präventionsarbeit.

12,8 % der Jugendlichen trinken mindestens einmal wöchentlich Alkohol. Dies ist ein leichter Anstieg im Vergleich zur letzten Befragung 2020/2021 (12 %). Gleichzeitig nimmt das sogenannte Rauschtrinken weiter ab: 30,8 % der befragten Jugendlichen gaben 2005 an, mindestens dreimal im Monat mehr als 5 alkoholische Getränke zu einer Gelegenheit zu trinken. 2025 liegt der Anteil nur noch bei 13,7 %.
Bei Nikotinprodukten stieg vor allem der Konsum von E-Zigaretten, E-Shisha und Vaporizern: Rund 20 % konsumieren diese 2025 mindestens wöchentlich (2021: 4,8 %).
Rund jede*r zehnte Jugendliche berichtet 2025, mindestens hin und wieder Glücksspiele am Automaten bzw. im Internet zu nutzen. 
Herausforderungen zeigen sich darüber hinaus im Bereich der Mediennutzung: Jeweils etwa ein Drittel der Jugendlichen liegen 2025 in Bezug auf das Schauen von Filmen oder Serien sowie das Spielen auf Smartphones oder Konsolen bei einer täglichen Nutzungsdauer von über 2 Stunden. Bei der Nutzung von Social Media sind es sogar 50,3 % der Jugendlichen.

Seit dem Schuljahr 2004/2005 wird die Schülerbefragung „Brandenburger Jugendliche und Substanzkonsum“ alle vier Jahre auf Anregung der Landessuchtkonferenz Brandenburg durchgeführt. Die Daten bilden eine wichtige Grundlage für Präventionsmaßnahmen im Land Brandenburg. Diese werden von vier überregionalen Suchtpräventionsfachstellen (ÜSPF) und der Brandenburgischen Landesstelle für Suchtfragen e.V. koordiniert und umgesetzt. Die vom Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und gesellschaftlichen Zusammenhalt (MASGZ) beauftragte BJS 6 zeigt, dass die Präventionsarbeit weiter gestärkt werden muss, um die Entwicklung von Süchten zu verhindern.

Andrea Hardeling, Geschäftsführerin der Brandenburgischen Landesstelle für Suchtfragen e.V.:
„Die BJS 6 zeigt: Prävention ist wichtiger denn je. Der einfache Zugang zu Vapes und Alkohol sowie die ständige Verfügbarkeit von Medien und Online-Glücksspielen haben einen starken Einfluss auf das Konsumverhalten und stellen vor allem Kinder und Jugendliche vor große Herausforderungen. Hier braucht es verhältnispräventive Maßnahmen, die die Zugriffsmöglichkeiten begrenzen und verlässliche Präventionsangebote, konkret für Kinder und Jugendliche, die Orientierung geben, Resilienz stärken und eine gesunde Entwicklung ermöglichen. Die Ergebnisse der BJS 6 sind für uns eine wichtige Grundlage, um die Suchtprävention in Brandenburg weiterzuentwickeln. Zugleich liefern sie wertvolle Hinweise darauf, welche Themen die Suchthilfe künftig noch stärker beschäftigen werden. Wir müssen Prävention und Suchthilfe gemeinsam weiter stärken, um junge Menschen bestmöglich zu unterstützen.“

Die ausführlichen Ergebnisse der BJS 6 stehen unter https://www.lsk-brandenburg.de/service zum Download bereit.

Zur Pressemitteilung des MASGZ geht es hier.