Brandenburgische Landesstelle für Suchtfragen (BLS) e.V.

Behlertstraße 3A, Haus H1
14467 Potsdam

Telefon: 0331 - 581 380-0
Telefax: 0331 - 581 380-25

URI: https://www.blsev.de

 

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Kolleginnen und Kollegen,

in den letzten Wochen haben die Einschränkungen infolge des Coronavirus dazu geführt, dass die Aufgaben in den Arbeitsfeldern Suchtprävention, Suchthilfe und Selbsthilfe und besonders der soziale Umgang miteinander und anders gestaltet werden musste.
Wir haben gesehen, dass die Kontakteinschränkungen zur Folge hatten, dass neue Arbeitsweisen und Instrumente, insbesondere digitale Hilfsmittel entdeckt und genutzt wurden. Die Chancen neuer Arbeitsweisen wurden deutlich und dienen dazu, die aktuell angeschobenen Innovationsimpulse weiter zu verfolgen. Gleichzeitig wurde sichtbar, welche Herausforderungen in den Einrichtungen in Bezug auf die technische Unterstützung, Ausstattung und der Nutzung digitaler Angebote weiterhin zu bewältigen sind. Glücklicherweise führen die Lockerungen der Kontaktbeschränkungen dazu, dass gewohnte Beratungsformate wieder persönlich angeboten werden können und auch Gruppensitzungen, welche besonders im Bereich der Suchtselbsthilfe vermisst wurden, wieder stattfinden können.
Ich hoffe sehr, dass die Kreativität und der Gestaltungsgeist vieler Fachkräfte, die in den letzten Wochen dafür gesorgt haben, dass Unterstützungsstrukturen in neuen Formaten gestaltet wurden, weiter wirkt - und dazu führt, dass sinnvolle Erfahrungen aus dieser Zeit erhalten bleiben.
Mit diesem Newsletter erhalten Sie aktuelle Informationen aus unseren Arbeitsfeldern.

Ich wünsche Ihnen weiterhin alles Gute und viel Erfolg beim Gestalten der aktuellen Herausforderungen!

Andrea Hardeling
Geschäftsführerin

Jahrbuch Sucht 2020

Insgesamt 3 Millionen Erwachsene zwischen 18 und 64 Jahren hatten im Jahr 2018 in Deutschland eine alkoholbezogene Störung (Missbrauch: 1,4 Millionen; Abhängigkeit: 1,6 Millionen). Etwa 74.000 Todesfälle jährlich werden allein durch Alkoholkonsum oder den kombinierten Konsum von Tabak und Alkohol verursacht. Auf rund 57,04 Milliarden Euro pro Jahr beziffert der Gesundheitsökonom Dr. Tobias Effertz im DHS Jahrbuch Sucht 2020 die ökonomischen Kosten des schädlichen Alkoholkonsums in Deutschland. Dem stehen Einnahmen des Staates aus alkoholbezogenen Steuern von nur 3,185 Milliarden Euro (im Jahr 2018) gegenüber.

Das am 8. April erschienene DHS Jahrbuch Sucht 2020 der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) liefert die neuesten Zahlen und Fakten zum Konsum legaler und illegaler Drogen in Deutschland. Expertinnen und Experten aus Forschung und Praxis informieren über aktuelle Trends bei einzelnen Suchtstoffen, zu abhängigem Verhalten und über die Versorgung Suchtkranker. Weitere Zahlen und Fakten zur Verbreitung  von Suchtmitteln und abhängigem Verhalten finden Sie  auf der Internetseite der DHS.

Webinare: Dokumentation / Deutsche Suchthilfestatistik

Um die Kompetenzen der Mitarbeitenden in den Ambulanten Beratungs- und Behandlungsstellen für Suchtkranke im Umgang mit den Programmen PATFAK light und PATFAK ambu (weiterzu-)entwickeln bzw. zu stärken, bietet die BLS im Juni unterschiedliche Fortbildungsmodule als Webinare zu verschiedenen Schwerpunktthemen an:

Plenum der Landessuchtkonferenz

Aufgrund der Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie musste das für den 22. April geplante 7. Plenum der Landessuchtkonferenz (LSK) abgesagt werden. Die Gremien der LSK prüfen aktuell Möglichkeiten, die Veranstaltung im Herbst diesen Jahres digital anzubieten.
Weiterführende Informationen finden Sie in Kürze auf der Internetseite der LSK.

Fortbildung Lots*in im Lotsennetzwerk Brandenburg

Am 27. Juni  veranstaltet die BLS - unter Einhaltung der Hygienevorschriften - erneut eine Schulung für Interessentinnen und Interessenten an einer ehrenamtlichen Tätigkeit im Lotsennetzwerk Brandenburg. Zur Anmeldung ist ein telefonisches Vorgespräch erforderlich.
Weitere Informationen  zum Lotsennetzwerk und zur Lotsentätigkeit finden Sie auf unserer Internetseite.
Für Rückfragen steht Ihnen die Koordinatorin des Lotsennetzwerkes, Maria Nehrkorn, per E-Mail oder telefonisch unter (0331) 581 380 26 zur Verfügung.

EUTB: Persönliche Beratung vor Ort wieder möglich

Ab dem 08.06.2020 sind persönliche Beratungen in den EUTB-Stellen der BLS in Potsdam und Nauen wieder möglich. Das Angebot der telefonischen sowie der E-Mail Beratung besteht auch weiterhin. Ratsuchende können sich von Montag bis Freitag zwischen 10:00 und 16:00 Uhr telefonisch unter (0331) 581 380 28 oder per E-Mail an Alexandra Lehrmann wenden. Außerdem stellt die EUTB auf der Homepage der BLS aktuelle Informationen zum Corona-Virus sowie rund um das Thema Teilhabe zur Verfügung.

Alkoholkonsum früh ansprechen: Neuer Leitfaden unterstützt Ärztinnen und Ärzte

Das Thema Alkoholkonsum wird durch Ärztinnen und Ärzte oft nur ungern angesprochen. Doch gerade diese Berufsgruppe kann durch ein vertrauensvolles Gespräch und eine stabile Beziehung Patientinnen und Patienten dabei unterstützen, ihr Trinkverhalten zu ändern. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) hat in Zusammenarbeit mit der Bundesärztekammer einen neuen Leitfaden zum Thema Alkoholkonsum entwickelt. Dieser unterstützt Ärztinnen und Ärzte dabei, Gespräche zum Thema Alkohol mit Patientinnen und Patienten so zu führen, dass diese sich gut beraten fühlen. Unter dem Titel Alkoholkonsum bei Patientinnen und Patienten ansprechen. Ärztliches Manual zur Prävention und Behandlung von riskantem, schädlichem und abhängigem Konsum ist der Leitfaden ab sofort kostenfrei bei der BZgA bestellbar. Weiterführende Informationen finden Sie in einer gemeinsamen Pressemitteilung der Bundesdrogenbeauftragten, der Bundesärztekammer und der BZgA vom 19.05.2020. 

Suchthilfe während und nach der Corona-Krise absichern!

Auch wenn in vielen Bundesländern aktuell Lockerungen der COVID-10-bedingten Einschränkungen in Sicht sind, drohen auf lokaler Ebene bei steigenden Infektionszahlen immer wieder Einschränkungen von Angeboten der Suchthilfe und schlimmstenfalls verordnete Quarantäne, Einrichtungsschließungen und Behandlungsstopps.
In einer am 25. Mai veröffentlichten Stellungnahme betont die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen die hohe Relevanz der Absicherung der Grundversorgung durch die kommunale Finanzierung sowie die Sicherung des Behandlungsangebotes der Suchthilfe durch die Kostenträger. Die DHS stellt im Zusammenhang mit der Coronavirus-Pandemie auch weiterhin aktuelle Informationen für Fachkräfte auf ihrer Internetseite zur Verfügung. 

Suchthilfe in Zeiten der Corona-Pandemie: Interviews mit Expertinnen und Experten aus der Praxis

Das Internetportal KONTUREN online hat für einen Fachbeitrag Einrichtungsleiterinnen und -leiter von Kliniken und Beratungsstellen gefragt, wie sie die aktuelle Situation infolge der COVID-19-bedingten Einschränkungen erleben und wie sie zukünftige Entwicklungen einschätzen.

Auswirkungen von COVID-19 auf Drogenkonsumierende und die Drogenhilfe

Drogenkonsumierende können – über das Ansteckungsrisiko hinaus - zusätzlichen Risiken ausgesetzt sein, die bestimmte Beurteilungs-und Schadensminderungsstrategien erfordern. Diese stehen im Zusammenhang mit bestimmten Verhaltensweisen oder Rahmenbedingungen des Drogenkonsums oder des Settings von Drogenhilfen. Die Europäische Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (EMCDDA) zeigt mit einer Kurzinformation die mit der COVID-19-Pandemie verbundenen Risiken für Drogenkonsumierende und Betreuende aus einer europäischen Perspektive auf und möchte, wo erforderlich, zur Planung, Überprüfung und Anpassung niedrigschwelliger und spezialisierter Betreuungsmaßnahmen beitragen. 

Neue Rechtsverordnung: Verschreibung von Substitutionspräparaten während der Pandemie

Die am 21.04.2020 in Kraft getretene SARS-CoV-2-Arzneimittelversorgungsverordnung des Bundesministeriums für Gesundheit erleichtert sowohl Substitutionsmedizinern als auch den Patientinnen und Patienten die ärztliche Versorgung. Mehrere Regelungen der Betäubungsmittel-Verschreibungsverordnung (BtMVV) wurden für die Zeit der Corona-Pandemie an die besondere Situation angepasst. So dürfen Substitutionsärzte ab sofort mehr Patientinnen und Patienten behandeln. Außerdem dürfen Ärzte nun nach sorgfältiger Abwägung mehr Patientinnen und Patienten Substitutionsmittel für bis zu sieben, in bestimmten Fällen bis zu 30 Tagen verschreiben. Weiterführende Informationen finden Sie in der Pressemitteilung der Bundesdrogenbeauftragten vom 21. April 2020.

Glücksspielwerbung während der Corona-Pandemie

Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Daniela Ludwig, hat in der Corona-Krise eine Eindämmung von Werbung für Online-Glücksspiel gefordert. Die CSU-Politikerin sagte der Deutschen Presse-Agentur im April: „Auf Kosten von suchtkranken Menschen Profit zu machen, geht gar nicht. Bundesweit gezielte Werbung für Online-Casinos zu schalten, ist illegal und gerade jetzt in Coronazeiten, wo die Menschen allein zuhause sitzen, schlichtweg skrupellos.“
Der Fachbeirat Glücksspielsucht hat am 08. Mai eine Empfehlung zu Glücksspielwerbung während der Corona-Pandemie veröffentlicht. 

Selbsthilfe in Corona-Zeiten

Die Lockerung der coronavirusbedingten Einschränkungen führt dazu, dass dass Treffen von Selbsthilfegruppen nun wieder möglich sind. Hierbei müssen nach wie vor Abstandsregelungen eingehalten, Hygiene-Konzepte erarbeitet und u. U. auch die Gruppengröße reduziert werden bzw. müssen die Räumlichkeiten der Teilnehmerzahl angepasst werden.
Für Gruppen, die sich weiterhin per Videokonferenz treffen, hat der Paritätische Gesamtverband eine Arbeitshilfe für die Planung und Organisation virtueller Treffen von Selbsthilfegruppen erstellt.
Darüber hinaus werden in einem Leitfaden der Bundesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfe verschiedene Online-Konferenz-Tools vorgestellt und Vertreter*innen der Selbsthilfe werden unterschiedliche Optionen bei der Nutzung von Online-Meetings aufgezeigt. 

Alkoholbedingte Hirnschädigungen schreiten auch nach Entzug fort

Der Bundesverband für stationäre Suchtkrankenhilfe e.V. (buss) hat zum sechsten Mal den Wolfram-Keup-Förderpreis für die beste wissenschaftliche oder praxisorientierte Arbeit auf dem Gebiet der Entstehung und Behandlung von Substanzmissbrauch, Substanzabhängigkeit oder Verhaltenssucht vergeben. Der mit 2.000 Euro dotierte Preis geht an Prof. Dr. Wolfgang Sommer, der mit seinem Team an der Klinik für Abhängiges Verhalten und Suchtmedizin des Zentralinstituts für seelische Gesundheit in Mannheim (ZI) nachweisen konnte, dass alkoholbedingte Hirnveränderungen nach einem Entzug noch für mindestens sechs Wochen fortschreiten, auch wenn der Betroffene in der Zwischenzeit völlig abstinent war. Die Befunde wurden an mehr als 90 Patienten der Klinik für Abhängiges Verhalten und Suchtmedizin am ZI sowie an gesunden Probanden mittels MRT erhoben. Weiterführende Informationen finden Sie auf dem Internetportal KONTUREN online.

Weltnichtrauchertag 2020

Kill Yourself Starter Kit. Lass dich nicht manipulieren lautet das Motto des diesjährigen Weltnichtrauchertages, der am 31. Mai 2020 stattfindet.
Im Fokus dieses von der WHO ausgerufenen Aktionstages steht der Schutz der Jugend vor dem Einfluss der Tabakindustrie und deren Bewahrung vor Tabak- und Nikotinkonsum.
Die neue Internetseite www.rauchfreiefilme.de macht in diesem Zusammenhang auf die indirekte Form der Werbung für das Rauchen durch Film und Fernsehen aufmerksam, die zur Vermittlung eines positiven Images des Tabakkonsums beiträgt. Ziel der Internetseite ist ein kontinuierliches Monitoring von Rauchszenen für alle Kinofilme, die ein breites Publikum erreichen.
Das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) und die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) nehmen den Weltnichtrauchertag ebenfalls zum Anlass, auf die Gefahren des Rauchens aufmerksam zu machen.
Vor dem Hintergrund der gegenwärtigen Coronavirus-Pandemie informiert die BZgA unter https://www.rauchfrei-info.de/ zu den Risiken des Rauchens im Kontext von Covid-19.
Unterstützung für einen Rauchstopp bieten das Online-Ausstiegsprogramm der BZgA sowie die kostenlose telefonische Beratung unter der Rufnummer 0800 8 31 31 31.

Veranstaltungen der BLS

Unter Berücksichtigung der gesetzlichen Regelungen infolge der COVID-19-Pandemie bietet die BLS aktuell sowohl Webinare als auch - unter Einhaltung der Hygienestandards und mit begrenzter Teilnehmendenzahl - Präsenzveranstaltungen an. Konkrete Informationen zur jeweiligen Veranstaltung finden Sie im Menüpunkt Termine auf unserer Internetseite.

05.06.2020 | Substanzkonsum und Suchtprävention bei Jugendlichen
ausgebucht

Webinarreihe Dokumentation/ Deutsche Suchthilfestatistik
17.06.2020 |
PATFAK Light - Grundbedienung
18.06.2020 | PATFAK Light und PATFAK ambu: Basisdokumentation
19.06.2020 | PATFAK ambu: Dokumentenverwaltung

27.06.2020 | Lots*in im Lotsennetzwerk Brandenburg
Fortbildung für Betroffene und Angehörige, die im Lotsennetzwerk Brandenburg tätig werden möchten

27./28.06.2020 | Trauma und Sucht
Fortbildung für Leiter*innen aus Suchtselbsthilfegruppen - ausgebucht

01./02.08.2020 | Neues, Altes und Erprobtes
Fortbildung für Leiter*innen aus Suchtselbsthilfegruppen - ausgebucht

11.08.2020 |Suchtsensible Pflege - Motivierende Kurzintervention in der Altenpflege  - ausgebucht

16. - 18.09.2020 | Beratung und Behandlung bei pathologischem Glücksspielverhalten
Basisqualifizierung Teil 2

23.09.2020 | Substanzkonsum und Suchtprävention bei Jugendlichen
ausgebucht

28.-29.09.2020 | acht bis zwölf-Kursleiterausbildung
Multiplikatorenschulung für Sozialpädagog*innen und Sozialarbeiter*innen

Fortbildungsreihe Biogene Drogen:
21.09.2020 | Basisfortbildung: Rausch und Sucht
07.10.2020 | Aufbaufortbildung: Cannabis - Nutzpflanze, Heilmittel und illegale Droge

Termine

26.10. - 17.12.2020 | Weiterbildung zum/zur Suchthelfer*in (Paritätisches Bildungswerk LV Brandenburg e.V., Potsdam)