Brandenburgische Landesstelle für Suchtfragen (BLS) e.V.

Behlertstraße 3A, Haus H1
14467 Potsdam

Telefon: 0331 - 581 380-0
Telefax: 0331 - 581 380-25

URI: https://www.blsev.de

 

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Kolleginnen und Kollegen,

mit dem Frühling sind in der BLS einige Veränderungen auf den Weg gebracht worden, so dass unser Newsletter später als sonst, dafür mit einer Informationsfülle aus den Bereichen Suchthilfe, Suchtselbsthilfe, Suchtprävention, Glücksspielsucht und jetzt auch Teilhabe erscheint.
In der BLS wird gerade ein neues Teilhabeprojekt aufgebaut, welches aktuell mit Nina Meyer als Beraterin besetzt ist.
Das Lotsennetzwerk wird ab Ende Mai von Aileen Foof in Nachfolge für Friederike Neugebauer koordiniert.
Ich hoffe, dass die Informationen des Newsletters Ihren Arbeitsalltag bereichern und wünsche Ihnen einen schwungvollen Start in den Mai.

Herzliche Grüße

Andrea Hardeling
Geschäftsführerin

Internetseite der Suchtprävention in Brandenburg neu gestaltet

Der Internetauftritt der Suchtpräventionsangebote in Brandenburg wurde überarbeitet und erscheint seit Beginn des Jahres in neuem Design. Unter der bekannten Domain www.suchtpraevention-brb.de finden Sie eine Übersicht der Standorte und Zuständigkeiten der Überregionalen Suchtpräventionsfachstellen und Kontaktadressen sowie Informationen zu regionalen und landesweiten Präventionsprojekten.

acht bis zwölf: Weitere Elternkursleiter/-innen in Brandenburg

Eltern in ihrer Vorbildfunktion stärken und ihre Erziehungskompetenz hinsichtlich gesundheitsfördernder und suchtpräventiver Aspekte fördern – das sind die Ziele des von der AOK Nordost geförderten Präventionsprogramms acht bis zwölf, das sich an Mütter und Väter von Kindern im Grundschulalter richtet. Im März wurden weitere 15 Fachkräfte aus den Bereichen Suchtprävention und Schulsozialarbeit zur eigenständigen Durchführung von Elternkursen an Grundschulen in ihrer Region qualifiziert.
Landesweit gibt es mittlerweile 45 ausgebildete Elternkursleiter/-innen. Eine weitere Ausbildung ist für Herbst 2018 geplant.
Für ausführliche Informationen zum acht bis zwölf-Programm wenden Sie sich gern per E-Mail oder telefonisch unter (0331) 581 380 22 an Ulli Gröger in der BLS.

Crystal-Netzwerk Südbrandenburg

Bereits im Oktober 2017 hatte wir in unserem Newsletter über die zusätzliche Förderung durch das Land Brandenburg zum Ausbau der Beratungsangebote für Crystal Meth-Konsumierende im Süden unseres Bundeslandes berichtet. Folgende Suchtberatungsstellen und deren Außenstellen verfügen nun über ein spezialisiertes Beratungsangebot für diese Zielgruppe und sind in einem Netzwerk aktiv:

Alle Kontaktdaten dieser Beratungsstellen finden Sie in einer Einrichtungsübersicht (PDF-Datei, 357 KB).

Ergänzende unabhängige Teilhabeberatung (EUTB)

Menschen mit Behinderungen und von Behinderung bedrohte Menschen wollen ihre Eigenverantwortung für eine individuelle und ihren persönlichen Wünschen entsprechende Lebensplanung und -gestaltung wahrnehmen. Gute Beratung kann ihre Rechte auf Selbstbestimmung, auf eigenständige Lebensplanung und individuelle Teilhabeleistungen nachhaltig unterstützen.
Deshalb fördert das Bundesministerium für Arbeit und Soziales mit dem neuen Bundesteilhabegesetz Beratungsangebote, die nur dem Ratsuchenden gegenüber verpflichtet sind und unter Nutzung der Beratungsmethode des Peer Counseling zur Verbesserung der Teilhabemöglichkeiten beitragen.
Die BLS baut ein solches Beratungsangebot im Land Brandenburg im Schwerpunkt für Menschen mit einer seelischen Beeinträchtigung / Suchterkrankung auf. Bis die Beratungsstandorte feststehen, wird es die Möglichkeit der Beratung per E-Mail geben.
Aktuell ist bereits eine neue Mitarbeiterin  für die Teilhabeberatung in der BLS zuständig, eine weitere Stelle ist noch ausgeschrieben

Erweiterung des Projekts Net-Piloten in Brandenburg

Im Rahmen der im letzten Newsletter angekündigten Multiplikatorenschulung qualifizierten sich im März 18 Fachkräfte aus den Bereichen Schule, Sozialarbeit und Suchtprävention für die eigenständige Ausbildung von Schülerinnen und Schülern zu Net-Piloten.
Das Land Brandenburg verfügt somit über insgesamt 35 ausgebildete Multiplikator/-innen in nahezu allen Landkreisen, die im Rahmen dieses Projekts zur Prävention von exzessivem Computerspiel- und Internetgebrauch tätig werden können .
Für weitere Informationen zum Net-Piloten-Programm sowie zu den Standorten der ausgebildeten Fachkräfte steht Ihnen Ulli Gröger per E-Mail oder telefonisch unter (0331) 581 380 22 zur Verfügung.

SKOLL SPEZIAL - Trainerschulung

Im November 2018 bietet die BLS für Mitarbeitende aus Suchtberatungsstellen erneut eine dreitägige Trainerschulung zur Durchführung des Selbstkontrolltrainings SKOLL SPEZIAL an. Dieses Programm richtet sich an Menschen, die sich gezielt mit einem gesundheitsgerechten Umgang mit Alkohol und Nikotin auseinandersetzen möchten. Alle Informationen zur Trainerschulung finden Sie auf unserer Internetseite im Menüpunkt Termine und im  Veranstaltungsflyer.
Weiterführende Informationen zu SKOLL und SKOLL SPEZIAL sind auf der Internetseite www.skoll.de abrufbar.

Suchthilfe und Behindertenhilfe: Vernetzung im Land Brandenburg

Der Ergebnisbericht zum Projekt Vernetzung von Suchthilfe und Behindertenhilfe im Land Brandenburg steht nun zur Verfügung und ist auf der Internetseite der BLS  abrufbar. Initiatorin des Projekts, über das wir schon im Januar-Newsletter berichtet haben, ist die LIGA der freien Wohlfahrtspflege in Brandenburg in Kooperation mit der BLS.
Eine Weiterführung des Projekts ist geplant. In diesem Jahr sollen Netzwerktreffen in verschiedenen Regionen des Landes Brandenburg angeboten werden. Die Finanzierung dieser Maßnahmen wurde durch das Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie (MASGF) angekündigt.

6 1/2 Forderungen

Vor dem Hintergrund, dass die Landesförderung für die ambulanten Beratungs- und Behandlungsstellen im Land Brandenburg seit 15 Jahren nicht erhöht wurde, hat die LIGA der freien Wohlfahrtspflege in Brandenburg eine Stellungnahme mit 6 ½ Forderungen zur Sicherstellung der Beratungsangebote im Land veröffentlicht.

Digitalisierung in der Suchthilfe

Die Anwendung digitaler Medien in der Suchthilfe und Suchtprävention ist ein hochrelevantes Thema, welches aktuell auch im Arbeitskreis der Ambulanten Beratungs- und Behandlungsstellen in Brandenburg diskutiert wird. Zahlreiche Internetportale bieten niedrigschwellige Angebote zur Informationsvermittlung und zur Reflexion des eigenen Verhaltens der User/-innen, Onlineangebote zur Suchtberatung werden aktuell nur vereinzelt angeboten. Auch vor dem Hintergrund der am 25. Mai 2018 in Kraft tretenden EU-Datenschutzgrundverordnung (EU-DSGVO) , die die Erhebung und Nutzung personenbezogener Daten neu regelt, ist das Thema Digitalisierung in der Suchthilfe nicht zu übersehen und erfordert Information und Vernetzung der Anbieter.
Auf Bundesebene wurden vor kurzem unter anderem folgende Online-Angebote zu verschiedenen suchtspezifischen Themen veröffentlicht bzw. aktualisiert:

  • Digitale Medien: Webcare Plus (Herausgeberin: Hessische Landesstelle für Suchtfragen e.V.)
  • Neue psychoaktive Substanzen (NpS): Infobörse neue Drogen(Herausgeber: Caritas Landesverband Bayern e.V.)
  • Crystal Meth:
    • Breaking Meth - Onlineangebot für Betroffene (Herausgeber: Zentrum für Interdisziplinäre Suchtforschung (ZIS) der Universität Hamburg)
    • Präventionskampagne Mein falscher Freund (Herausgeber: Bayerisches Staatsministerium für Gesundheit und Pflege)
  • Alkohol und Tabak in der Schwangerschaft: IRIS (Herausgeberin: Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie Tübingen)

Gaming Disorder als psychische Krankheit anerkannt

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) nimmt Gaming Disorder in ihre nächste Ausgabe der Internationalen statistischen Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme (ICD) auf. In der kommenden Version 11 der ICD wird die Kategorie enthalten sein, die sowohl für Videospiele offline als auch für onlinebasierte Computerspiele gilt. Der ICD-11 Katalog soll Mitte 2018 in Kraft treten und wird damit auch für die deutschen Ärztinnen und Ärzte verbindlich, die entsprechend der dort aufgeführten Krankheiten Diagnosen stellen und Behandlungen verordnen. Die Anerkennung der Diagnose trägt damit zu einer besseren Versorgung der Betroffenen bei.

Weiterführende Links:
Informationsseite der WHO zum Thema Gaming Disorder
Themenseite der Bundesdrogenbeauftragten zur Computerspiele- und Internetsucht
Pädiatrische Empfehlungen für Eltern zum achtsamen Bildschirmmediengebrauch der Deutschen Akademie der Kinder- und Jugendmedizin (DAKJ)

Jahrbuch Sucht 2018 erschienen

Das im März veröffentlichte Jahrbuch Sucht 2018 der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen e.V. (DHS) liefert die neuesten Zahlen, Fakten und Trends zum Konsum legaler und illegaler Drogen sowie zu abhängigem Verhalten.
Insgesamt 3,38 Mio. Erwachsene sind in Deutschland von einer alkoholbezogenen Störung in den letzten zwölf Monaten betroffen (Missbrauch: 1,61 Mio.; Abhängigkeit: 1,77 Mio.) 74.000 Todesfälle werden jährlich durch Alkoholkonsum oder den kombinierten Konsum von Tabak und Alkohol verursacht.
Der Anteil der jungen Menschen im Alter zwischen 10 und 20 Jahren, die 2016 aufgrund eines akuten Alkoholmissbrauchs in Krankenhäusern stationär behandelt wurden, ist mit 22.309 Patienten um 1,8 % zum Vorjahreswert gestiegen.

Im Zusammenhang mit der Vorstellung des Jahrbuchs Sucht hat die DHS unter anderem folgende Pressemitteilungen veröffentlicht:

Kompakte Daten und Fakten zu den Themen Alkohol, Tabak, Medikamente, Illegale Drogen, Glücksspiel und Versorgung sind auf der Internetseite der DHS abrufbar.
Details zu glücksspielspezifischen Daten aus dem Jahrbuch Sucht 2018 finden Sie auch auf der Internetseite www.spielsucht-brandenburg.de im Menüpunkt Aktuelles.

Neue Veröffentlichungen der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) e.V.

Neben dem Jahrbuch Sucht hat die DHS aktuell folgende Publikationen veröffentlicht:

Die Broschüren können über die Internetseite der DHS bestellt werden.

Deutsche Befragung zum Rauchverhalten: Erste Ergebnisse

Am 6. April wurden im Deutschen Ärzteblatt erste Ergebnisse der DEBRA-Studie (Deutsche Befragung zum Rauchverhalten) veröffentlicht. Wissenschaftler/-innen der Heinrich-Heine-Universität erheben im Rahmen dieser Studie seit Juni 2016 über einen Zeitraum von drei Jahren unter anderem Daten zum aktuellen Tabakkonsum sowie zu Rauchstoppversuchen. Insgesamt nahmen 12 273 Personen im Alter ab 14 Jahren an bisher sechs Befragungswellen teil.

  • Die 1-Jahres-Prävalenz aktuellen Tabakkonsums lag bei 28,3 Prozent der deutschen Gesamtbevölkerung, im bundesweiten Vergleich lag sie im Land Brandenburg mit 42,6 Prozent am höchsten.
  • Der Anteil aktueller Tabakraucher war bei Männern mit 32,3 Prozent höher als bei Frauen (24,5 Prozent).
  • Der höchste relative Anteil der aktuell Rauchenden fand sich in der Altersgruppe zwischen 25 und 39 Jahren (38,3 Prozent).
  • Je niedriger der Schulabschluss und das Einkommen, desto höher war der Anteil der Tabak konsumierenden Personen.

Die Ergebnisse zeigen, dass die Präventionsmaßnahmen zum Tabakkonsum im Land Brandenburg einen hohen Stellenwert haben sollten.

Studie zur Nutzung von Tabak und E-Zigaretten

Die vom Institut für Therapie- und Gesundheitsforschung (IFT-Nord) in Kiel durchgeführte Studie E-Zigaretten und der Einstieg in den Konsum konventioneller Zigaretten zeigt, dass der Konsum von E-Zigaretten Jugendliche zum Rauchen von Tabakzigaretten anregen kann.
Für diese Studie der BZgA wurden 2.186 Zehntklässler, die bislang keinerlei Tabakzigaretten geraucht hatten, im Schuljahr 2015/16 über einen Zeitraum von sechs Monaten beobachtet. Zu Studienende zeigte sich, dass Jugendliche mit E-Zigaretten-Erfahrung eher zur Tabakzigarette griffen.
Weiterführende Informationen finden Sie auch in einer Pressemitteilung der BZgA vom 4. April 2018.

Termine

22. - 25.05.2018 | 23. Suchttherapietage in Hamburg
Suchtmittel zwischen Verbot und Freigabe – Chancen und Risiken für Prävention und Therapie

08.06.2018 | Gemeinsamer Fachtag der Guttempler in Berlin und Brandenburg, des Paritätischen Wohlfahrtsverbands, LV Berlin e.V. und des Paritätischen Wohlfahrtsverbands, LV Brandenburg e.V. 
Sucht: Herausforderungen für Kinder – Eltern – Familie

20. - 22.06.2018 | 31. Heidelberger Kongress  des Fachverbandes Sucht e.V.
Sucht und Komorbidität - Sucht als Komorbidität 

05. - 07.07.2018 | Interdisziplinärer Kongress für Suchtmedizin in München

17. - 19.09.2018 | Deutscher Suchtkongress in Hamburg

08. - 10.10.2018 | Gemeinsamer Fachkongress der DHS und des fdr in Berlin SUCHT: bio-psycho-SOZIAL

Veranstaltungen der BLS

26.05.2018 | Ausgespielt - Weg(e) aus der Glücksspielsucht
Vernetzungstreffen für Glücksspieler/-innen und Angehörige in Kooperation der Selbsthilfegruppe Anonyme Spieler mit der BLS in Lindow

20. - 22.06.2018 | Beratung und Behandlung bei pathologischem Glücksspielverhalten
Basisqualifizierung, Teil 1

19. - 21.09.2018 | Beratung und Behandlung bei pathologischem Glücksspielverhalten
Basisqualifizierung, Teil 2

15. - 17.11.2018 | SKOLL SPEZIAL-Trainerschulung